Kuriositäten der Gegend

Beim ersten Anblick scheint das Carassino Tal nicht nur eintönig, sondern auch lang. In der Nähe der Hütte öffnet sich die Aussicht, sei es in Richtung Rheinwaldhorn, sei es in Richtung Val Soi und das Bleniotal. Ein aufmerksames Auge wird die reiche Flora der Val Carassino und die wilden Tiere die sich an den steilen Hängen tummeln entdecken.

Die Gegend wurde bereits im Mittelalter ausgenutzt. Die Bewohner des Bleniotals kamen für Ihren Lebensunterhalt bis hier hinauf. Die Alpen werden noch Jahrhunderte später bewohnt und produzieren beste Käserei Produkte die immer beliebt sind.

Der Gipfel des Rheinwaldhorns und die Beiden Hütten erinnern uns auch an die politischen Kämpfe die vor rund 100 Jahren stattfanden, als die bürgerlichen- und Arbeiterbewegungen zur Gründung der ersten proletarischen Alpenclubs führten. Es entstand der “UTOE”, eine wahre Tessiner Besonderheit in der Schweizer Alpengeschichte.

A: warum zwei Adula Hütten?

B: Bresciana Gletscher eine traurige Geschichte

C: Geschichte der Transhumanz

Vor tausend Jahren beeinflusste eine lange Wärmeperiode die Alpen; das Gletscherschmelzen ermöglichte neue Durchgänge in den Alpen und begünstigte die Völkermigration, insbesondere die der Walser, die sich auf dem ganzen alpinen Gebiet bewegten.

Diese Bedingungen ermöglichten auch im Bleniotal, zwischen dem zwölften- und dem fünfzehnten Jahrhundert, die Suche nach neuen Weiden für das Vieh. Für die Bergbauern des Bleniotals waren besonders die Weiden der «Valle della Länta», im Kanton Graubünden, sehr begehrt. Dieses Tal konnte ohne Schwierigkeiten über den «Passo Soreda» (2’759m) oder über die «Bocchetta di Fornee» (2’887m) erreicht werden.

Im kollektiven Gedächtnis und aus überlieferten Schriften wissen wir, dass die Bergbauern, die mit ihren Kühen zur Alpe Soreda/Lampertschalp (Alpe dei Lombardi) gelangen wollten, folgenden Weg wählten. Zuerst durch das Val Luzzone, das Val Scaradra bis zur Alpe Scaradra di Sopra (2180 m) um anschliessend bis zum Passo Soreda (2’759 m) aufzusteigen. Es folgte ein langer Weg bergab bis zur heutigen Lampertschalp (1’991 m).

Gegen Mitte XV Jahrhundert fand ein sehr wichtiges Ereignis statt; im Juni 1451 kauften die altbürgerlichen Familien «Vicinanze» von Ponto Valentino, Castro und Marolta die Alpe Soreda (Lampertschalp) für die Summe von 400 Golddukaten! Dieses Ereignis war der Anfang einer langen Meinungsverschiedenheit mit den altbürgerlichen Familien «Vicinanze» von Olivone, Aquila und Dangio über den Weg die sie mit den Kühen hätten gehen müssen. Die Bergbauern aus Ponto Valentino, Castro e Marolta mussten, um zu ihren Weiden im Kanton Graubünden zu gelangen, nun nach Olivone (900 m) aufsteigen. Weiter ging es zur Alpe Compietto (1’570 m), durch die ganze Val Carassino, bis zur Alpe di Cassimoi (1’829 m), um dann die Bocchetta di Fornee zu überwinden bevor sie zur Valle della Länta absteigen konnten um zur Alpe di Soreda (1’991 m) zu gelangen.

Im Mittelalter gehörten Weiderechte und Wegrechte für den Durchgang der Tiere zur Tagesordnung. Spuren dieser Rechte sind noch heute als Kreuze und Buchstaben in Stein graviert auf dem Passo Soreda ersichtlich. Diese markierten Steine zeigten genau auf, wo das Vieh weiden und ruhen durfte. Wurden diese Eingrenzungen nicht eingehalten und respektiert, kam es oft zu Streit und Reibungen.

Das Verbot des Wegrechtes für die Bergbauern aus Ponto Valentino, Castro und Marolta hat ein tiefes Zeichen in der Geschichte der zwei Patriziaten hinterlassen. Auch wenn man nicht weiss, wie der Streit ausgegangen ist, weiss man mit Sicherheit, dass Rivalitäten oft ihren Ursprung vor langer Zeit hatten.

D: Der Speckstein der Colma Gipfel